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Detaillierte Beschreibung der einzelnen Kursinhalte

Hier finden Sie eine detaillierte Darstellung der Inhalte der einzelnen Teilgebiete. Diese können Sie auch ausdrucken und dann offline lesen. Inhaltsverzeichnis dieser Seite:

Zivilprozessrecht
Dr. Rainer Oberheim,
Zivilrichter am OLG Frankfurt ist als ehemaliges Mitglied bestens mit den Examensanforderungen vertraut. Er ist Verfasser eines ZPO-Lehrbuchs für Referendare, dass von vielen AG-Leitern empfohlen wird. Dr. Oberheim hat hervorragende Stoffvermittlung durch sein Grundlagen- und Vertiefungsprogramm.

Strafprozessrecht
Wolfgang Bohnen
ist seit mehr als 22 Jahren Repetitor im Straf- und Strafprozessrecht. Er war 14 Jahre lang als Strafverteidiger tätig. Seine Art der Darstellung des Stoffes ist lebendig, überzeugt und bleibt haften. Verfasser eines Revisionsskript und eines demnächst erscheinendes Lehrbuch "Materielles Strafrecht" für Referendare

Öffentliches Recht
Rechtsanwalt Christian Falla
ist Berufsrepetitor und Rechtsanwalt mit dem Schwerpunkt im öffentlichem Recht. Er ist in mehren Bundesländern als Repetitor tätig und hat somit besondere Fachkenntnisse in fast allen Landesrechten. Herr Falla versteht es wie kein Zweiter, das umfangreichste Rechtsgebiet systematisiert und überschaubar darzustellen, so dass es im Gedächtnis haften bleibt.

Zwangsvollstreckungsrecht
Prof. Dr. Bernd Banke
ist Professor an der Fachhochschule in Böblingen und Rechtsanwalt mit dem Spezialgebiet Insolvenzrecht und Zwangsvollstreckung. Herr Banke zeigt, dass die Aufgabenstellungen in der Zwangsvollstreckungsklausur beherrschbar sind. Er schafft es, dass aus Frust Lust an dieser komplizierten Materie werden kann.
 

ZIVILPROZESSRECHT

Die Ausbildungssituation
Die von den meisten Referendaren bereits bei der Vorbereitung auf das 1. Staatsexamen erlebten Probleme bei der Erfassung der Strukturen und Zusammenhänge im materiellen Zivilrecht setzt sich im Referendariat fort: Die Fülle der Vorschriften zum Erkenntnisverfahren und die Vielzahl besonderer, oft im Gesetz gar nicht geregelter prozessualer Sonderfälle, führt entweder zur Kapitulation vor der nicht über- und nicht durchschaubaren Materie oder zur Anhäufung isolierten Einzelwissens. Auch letzteres kann jedoch in der Regel im Examen nicht nutzbar gemacht werden, weil der dort zur Bearbeitung ausgegebene Fall eben doch nicht vollständig in die einzelnen "Wissensschubladen" passt, sondern seine individuellen Besonderheiten aufweist, die der Referendar vorher in dieser Form noch nicht gesehen hatHinzu kommt, dass das Zivilprozessrecht gleich zu Beginn der Ausbildung behandelt wird und so im Zeitpunkt der Klausuren ca. 1 ½ Jahre zurückliegt. Auch Referendare, die während der entsprechenden Ausbildungsstationen zufriedenstellende Kenntnisse erworben haben, erfahren oft leidvoll, wie viel in dieser Zeit ohne geeignete Wiederholung zwangsläufig vergessen wird.Besondere Abneigung bringen die meisten Referendare der sog. Relationstechnik entgegen. Vornehmlich Kollegen, die eine Hausarbeit nicht oder nicht auf dem Gebiet des Zivilrechts schreiben, glauben ohne Kenntnisse dieses, als undurchschaubar und veraltet empfundenen "Selbstzwecks" auskommen zu können. Dass es sich hierbei - wie z.B. bei der Subsumtion auch - um eine streng logische juristische Arbeitstechnik handelt, ohne die kein zivilrechtlicher Fall einer praktischen Lösung zugeführt werden kann, merken sie erst, wenn Prüfer das in der Klausur gefundene Ergebnis als sachfremd und unzutreffend qualifiziert haben.

Die BMR-Strategie
Ziel einer sinnvollen Examensvorbereitung auf dem Gebiet des Zivilprozessrechts muss es nicht nur sein, die aufgezeichneten typischen Referendarprobleme zu lösen, sondern vor allem den Referendar zu befähigen, die ihm im Examen im Rahmen der ZPO-Klausur gestellten Aufgaben auch dann zu lösen, wenn er von der konkreten Problemstellung noch nichts gehört hat. Diese Ziele können durch eine bloße Aneinanderreihung einzelner, mehr oder weniger examensrelevanter (wer weiß schon im vorhinein, welche Probleme für sein Examen relevant sein werden?) Einzelfälle oder -probleme nicht gelöst werden. Vielmehr muss man in der Lage sein, die neu auftauchenden Probleme durch ein solides Basiswissen und der Herstellung von Bezügen zu bekannten Problemgestaltungen einer eigenen und zutreffenden Lösung zuzuführen. Dabei müssen zentrale juristische Arbeitstechniken beherrscht und in die im Examen verlangten Darstellungsformen umgesetzt werden können.Die insgesamt 11 Sitzungen gliedern sich damit in einen Grundlagenteil und einen Vertiefungsteil. Im Rahmen der Grundlagen wird zunächst der "Normalfall" des Zivilprozesses erarbeitet (ca. 4 Sitzungen), wobei es hier darauf ankommt, anhand zentraler Grundbegriffe (Prozessmaximen, Klage, Verteidigung, Gericht, Partei, mündliche Verhandlung, Beweis, Kosten, vorläufige Vollstreckbarkeit usw.) die übergeordneten Leitgedanken und Grundstrukturen des Zivilprozessrechts kennenzulernen, damit Bezüge zwischen einzelnen Institutionen und Problemkreisen nicht nur innerhalb der ZPO, sondern auch zu außerhalb liegenden materiell-rechtlichen Gebieten hergestellt werden können. Hier wird deutlich gemacht dass die Regeln des Prozessrechts nicht für sich stehen oder willkürlich gefasst sind, sondern sich vielmehr als logische Ergänzung und Fortsetzung der Strukturen des materiellen Rechts darstellen und nur zusammen mit diesen als ein vielfach vernetztes System erfasst werden können. Dass dabei auch ausgewählte Einzelfragen des materiellen Rechts im Rahmen kleiner Exkursionen kurz wiederholt werden, versteht sich von selbst, doch müssen Kenntnisse hier weitgehend vorausgesetzt werden.Zu den Grundlagen gehört auch die Darstellung unabdingbarer juristischer Arbeitstechniken und Darstellungsformen (1 Sitzung), also auch Fragen der Feststellung dieses Sachverhalts (Aktenauszug, Sachbericht, Tatbestand), der rechtlichen Bewertung (Relationsgutachten) und der im Examen verlangten praktischen Entscheidungen (Urteil, Beschluss, Schriftsatz, Hilfs-/Gutachten).Im Vertiefungsteil (6 Sitzungen) sollen die bereits gewonnenen Kenntnisse sowohl durch Wiederholung gesichert, als auch durch die Darstellung zivilprozessualer Spitzenprobleme auf Examensniveau gebracht werden. Behandelt werden hier u.a. Fragen der Parteiänderung (Parteiwechsel, Parteierweiterung), der Mehrheit von Parteien (Streitgenossenschaft, Beteiligung Dritter am Prozess), des Mahnverfahrens, der Veräußerung der streitbefangenen Sache, der Eilverfahren (Beweissicherung, Arrest, einstweilige Verfügung), der objektiven Klagehäufung, der Stufenklage, der Aufrechnung, der Widerklage, der Zurückweisung verspäteten Vorbringens, des Säumnisverfahrens, der besonderen Verfahrensarten (Amtsgerichtsprozess, Urkundsprozess, sonstige), der Verfahrensbeendigung (Klagerücknahme, Erledigung der Hauptsache, Vergleich) sowie der Rechtsbehelfe (insbesondere Beschwerde und Berufung).Damit sind die klassischen examensrelevanten zivilprozessualen Probleme behandelt, doch steht auch hier im Vordergrund, den Referendar zu befähigen, ihm unbekannte Probleme durch Zurückführung auf Bekanntes eigenständig zu lösen.In allen Abschnitten ist die aktuelle Rechtsprechung eingearbeitet; auf grundlegende Literatur und Entscheidungen wird gesondert hingewiesen. Zentrale Inhalte des Kurses werden auf über 60 Strukturblättern dem Teilnehmer ausgeteilt. Der Stoff jeder Stunde wird durch Tests und Lösungen wiederholt.

ÖFFENTLICHES RECHT

Die Ausbildungssituation
Die Mehrzahl der Referendare stand schon während des Studiums dem Öffentlichen Recht eher skeptisch gegenüber. Die Fülle der gesetzlichen Bestimmungen, der Mangel an klaren Leitlinien, die scheinbare Undurchschaubarkeit und Unvorhersehbarkeit der verwaltungsrechtlichen Entscheidungen waren Hauptkritikpunkte.Nach Einschätzung nicht weniger Referendare verschärft sich diese Situation im Referendariat noch durch die nicht seltene Konfrontation mit völlig unbekannten Materien, durch möglicherweise abweichende Lösungsvorschläge bei gleichem Sachverhalt allein aufgrund unterschiedlichen Verfahrensstadiums, durch die Vielzahl der völlig verschiedenen Entscheidungsalternativen.Ist im Zivilrecht ein Urteil, im Strafrecht eine Anklageschrift oder Einstellungsverfügung zu entwerfen, so reicht im Öffentlichen Recht insbesondere im verwaltungsbehördlichen Verfahren die Palette vom Widerspruchs-/Abhilfebescheid über Vorlageschreiben, Klageerwiderung und aufsichtsbehördliche Beanstandungsverfügung bis hin zum (wenn auch seltener) Entwurf einer Ratsentscheidung oder auch anderer unbekannter Materien des Besonderen Verwaltungsrechts.

Die BMR-Strategie
In den 10 Sitzungen werden verwaltungspraktische Lösungen dieser Problemfelder entwickelt Die Arbeit am Normalfall soll Ihnen helfen, methodisches Vorgehen zu erlernen. Das Öffentliche Recht wird Ihnen in diesem Kurs strukturiert in umfassender, aber Ihren vollen Einsatz fordernder Weise angeboten werden. Für eine fruchtbare Teilnahme an diesem Kurs ist Ihre Mitarbeit aber auch die Nacharbeit der Unterrichtseinheiten unerlässlich. Anhand einer integrierten Darstellung von materiellem Recht - mit Schwerpunkt Besonderes Verwaltungsrecht - und den jeweils hierzu korrespondierenden Zulässigkeitsvoraussetzungen der klausurbedeutsamen Rechtsschutztypen wird dem Referendar der Einstieg in die öffentlich-rechtliche Assessorklausur erleichtert und gleichzeitig prüfungs- und praxisgerecht vermittelt Hierbei erfolgt die Stoffzuordnung und Präsentation - wie in der Klausur - nach Maßgabe der Anforderungen der im Assessorexamen im Vordergrund stehenden Rechtsgebiete. Es werden nach Klausurhäufigkeit und Schwierigkeitsgrad gewichtet u.a. folgende Themenbereiche angesprochen:

•  Einführung in die Struktur der öffentlich-rechtlichen Fallbearbeitung (Rechtsschutzsysteme),
•  Methodik der verwaltungsrechtlichen Falllösung,
•  Systematik der Verfahrens- und Klagearten,
•  besondere verfahrensrechtliche Probleme:
    - Widerspruchsverfahren/Vorverfahren,
    - Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand,
    - Wiederaufgreifen des Verwaltungsverfahrens,
    - Streitgenossenschaft und Beiladung,
    - Suspensiveffekt und Rechtsschutz nach §§ 80 und 123 VwGO,
    - "Wehrfähigkeit" von Selbstverwaltungskörperschaften
    - Organverfassungsstreitverfahren,
    - maßgeblicher Entscheidungszeitpunkt/ Untersuchungsmaxime,
    - Nachbar- und Konkurrentenklage,
    - prozessuale Fragen bei Mitwirkungsakten,
  - Erledigung und Kostenfragen,
  - Bestandskraft/Rechtskraft/Streitbefangenheit, Kommunalrecht,
•  Öffentliches Baurecht,
•  Polizei- und Ordnungsrecht mit Vollstreckungsrecht,
•  Ausländerrecht,
•  Straßen- und Wegerecht/Straßenverkehrsrecht
•  Planungsrecht,
•  Immissionsschutzrecht/Gewerberecht/Abfallrecht,
•  Beamtenrecht,
•  Versammlungsrecht,
•  Staatshaftung/Abwehransprüche.

STRAFPROZESSRECHT

Die Ausbildungssituation
Die Prüfungsanforderungen im Strafrecht sind in der letzten Zeit vielseitiger geworden. Noch vor einigen Jahren konnte sich der Referendar damit begnügen, sich zur Vorbereitung auf die Klausur intensiv mit der Verfassung der Anklageschrift zu beschäftigen. Heute muss er damit rechnen, mit der ganzen Palette von Aktionsmöglichkeiten in der StPO konfrontiert zu werden. Sowohl in der häufig doch fallbezogenen Ausbildung der Arbeitsgemeinschaft, als auch in der unübersehbar gewordenen Literatur, vermissen die Prüfungskandidaten nicht selten, die an den vielfältigen Anforderungen orientierte Effektivität einer Examensvorbereitung.Der Kurs komprimiert das notwendige Prüfungswissen und präsentiert es in ansprechender Form. Die Erarbeitung der gesetzlichen Strukturen und Leitideen höchstrichterlicher Rechtsprechung haben dabei den Vorrang vor der Darstellung exotischer Fälle.Im Wesentlichen sieht sich der Referendar in dem Klausurfach des Strafprozessrechts mit drei Problemen konfrontiert:Das weitaus größte Problem bei Erstellung einer Klausur ist die Zeit. Durch das Erfordernis der Erstellung eines umfassenden Gutachtens und einer praktischen Lösung kommt es regelmäßig am Ende der 5-stündigen Klausurzeit zu erheblichen Problemen. Es verbleibt kaum noch hinreichend Zeit, die praktische Lösung in ordnungsgemäßer und akzeptabler Art und Weise niederzuschreiben.Darüber hinaus wird von den meisten Referendaren völlig unterschätzt, dass für die Erstellung des Gutachtens in der Klausur die Kenntnis des materiellen Strafrechts gefordert wird. Diesbezüglich stellen sich bei der Referendarklausur regelmäßig die gleichen Probleme wie im ersten juristischen Staatsexamen.Die Unkenntnis in verfahrensrechtlichen Fragen und Abläufen bereitet den meisten Referendaren Schwierigkeiten, die im Gutachten gewonnenen Erkenntnisse auch in eine saubere, praxisgerechte Lösung umzusetzen und einzuordnen. Darüber hinaus ist natürlich auch eine genaue Einordnung des Verfahrensstandes notwendig, um die Frage beantworten zu können, welche praktische Lösung in der Klausur gefordert wird.

Die BMR-Strategie
In 10 Sitzungen, wird der Referendar in alle examensrelevanten Bereiche des Strafverfahrensrechts eingewiesen. Die zuvor erarbeiteten Strukturen der StPO werden dann anhand von kleinen Fallbeispielen erörtert.Der Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, dem Referendar in allen Teilbereichen des Strafverfahrensrechts eine Struktur mit auf den Weg zu geben, die ihm ermöglicht, alle auftretenden Probleme einzuordnen und entsprechend zu lösen. Neuere Entscheidungen der Rechtsprechung werden integriert.Erfahrungsgemäß stellt die Fertigung der Anklageschrift zu 50% das mögliche Klausurthema dar. In aller Regel liegen die Schwierigkeiten des Referendars in der praktischen Anfertigung einer derartigen Anklage. Durch einen enormen Zeitdruck in der Strafprozessrechtsklausur und die Unkenntnis der wesentlichen Formalien werden in den seltensten Fällen wohlstrukturierte Anklageschriften gefertigt.In der Darstellung des Ermittlungsverfahrens gehen wir zunächst auf die Eingriffsbefugnisse sowie die Grenzen der Sachaufklärung (Beweiserhebungs- und Beweisverwertungsverbote) ein. Hierdurch wird bereits eine Grundlage für die weiteren Klausurthemen, Urteil und Revision, gelegt. Am Ende besprechen wir ausführlich die Erstellung der eigentlichen Anklageschrift sowie die anderen abschließenden Verfügungen der Staatsanwaltschaft und die Erstellung der dazugehörigen Begleitverfügung besprochen. Natürlich kommen die Einstellungen, Teileinstellungen und der dazugehörigen Begleitverfügungen nicht zu kurz. DAnschließend befassen wir uns mit dem Thema Hauptverhandlung. Schwerpunkt dieser Besprechung ist insbesondere das Beweisantrags- und Zeugnisverweigerungsrecht. Die genaue Kenntnis des Ganges der Hauptverhandlung ist wesentliche Voraussetzung für die Abfassung eines Urteils oder der Beurteilung einer revisionsrechtlichen Klausur bzw. einer Berufung.Unter Zugrundelegung dieser erarbeiteten Strukturen werden wir dann den Aufbau und die Formalien des strafrechtlichen Urteils besprechen. Dieser Themenbereich kommt neuerdings in den Referendarklausuren immer häufiger vor und wird leider in der Referendarausbildung kaum beachtet.Neben der Anklageschrift ist die Revisionsklausur der zweite Examensschwerpunkt. Zum Abschluss des StPO-Kurses werden wir uns deshalb mit dem Aufbau eines revisionsrechtlichen Gutachtens befassen. Die Grundlagen für das Revisionsrecht werden in allen Sitzungen behandelt, worauf immer besonders hingewiesen wird.Nach den 10 Sitzungen soll der Referendar in der Lage sein, alle denkbaren Klausurprobleme zu erkennen und eine entsprechende praktische Lösung zu finden. Die Teilprobleme sind thematisch zugeordnet. So wird z.B. das gesamte Klageerzwingungsverfahren im Bereich der Einstellungen besprochen. Der Erlass bzw. die Beantragung eines Haftbefehls wird im Rahmen des Haft- und Beschwerderechtes abgehandelt. Innerhalb der Sitzungen werden dem Referendar die praktischen Lösungsmöglichkeiten in vielfältiger Form unterbreitet Des weiteren werden zu ganz konkreten Bereichen auch sinnvolle Formulierungsvorschläge mit an die Hand gegeben. Auf diese Weise soll durch eine gewisse Automatisation der Formalien der Referendar in der Lage sein, auch am Ende der Klausur trotz der herrschenden Zeitprobleme noch eine saubere und klar gegliederte Lösung zu fertigen. Erfahrungsgemäß gibt es traditionelle Klausurthemen und traditionelle Themen für die mündliche Prüfung. Im Verlauf der Sitzungen wird der Referendar selbstverständlich auch in spezielle Themenbereiche eingewiesen, die zwar nicht klausurrelevant sind, doch immer wieder Thema einer mündlichen Examensprüfung sein werden. Durch entsprechende Hinweise während des Seminars wird der Referendar auch ohne weiteres in die Lage versetzt, die Examensrelevanz zwischen Klausurthema und mündlichem Prüfungsthema zu unterscheiden.

ZWANGSVOLLSTRECKUNGSRECHT

Die Ausbildungssituation
Nachdem der Referendar während seiner Ausbildung ausführlichst mit dem Zivilprozessrecht, dem Strafprozessrecht und dem Öffentlichen Recht in materieller und verwaltungsrechtlicher Hinsicht vertraut gemacht wurde, stellt er, zumeist erst kurz vor Beginn der 2. juristischen Staatsprüfung fest, dass seine Kenntnisse auf dem Gebiet des Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrechtes eher als minimal zu bezeichnen sind und nur schemenhafte Vorstellungen auf diesem Rechtsgebiet geltenden Regelungs- und Strukturprinzipien existieren.Als Reaktion auf diese Erkenntnis begegnet der Examenskandidat den aus diesen Prüfungsfächern stammenden Klausuren mit Unsicherheit und Angst. Dies wiederum führt zu einer verkrampften Haltung bei der Bearbeitung der vorgelegten Probleme und letztlich zu Lösungsversuchen, die den meist naheliegenden Kern der rechtlichen Fragestellung wegen einer allzu ausschweifenden Behandlung an sich nebensächlicher, aber durch Zufall in Erinnerung gebliebenen Verfahrensfragen nicht zu erreichen vermögen. Die daraus resultierende Konsequenz für den Examenskandidaten in Form relativ schlechter Bewertungen gerade in diesem Prüfungsfach ist den meisten Referendaren aus leidvoller Erfahrung bekannt

Die BMR-Strategie
Hilflos steht der Referendar, dem von der Universität häufig nicht einmal Grundkenntnisse im Recht der Zwangsvollstreckung vermittelt wurden, vor dieser Stofffülle. Die auch sonst untaugliche Methode, durch die Erarbeitung einzelner Klausurprobleme eine Materie in den Griff zu bekommen, versagt hier vollends. Ziel des Assessorkurses ist es deshalb, die Strukturen des Zwangsvollstreckungsrechts sichtbar zu machen und das selbst manchem Richter und Anwalt ungegliedert und verworren erscheinende 8. Buch der ZPO systematisch aufzuarbeiten. Sinnlos wäre es z.B., unvermittelt mit den allgemeinen Voraussetzungen der Zwangsvollstreckung, die als solche isoliert nie ein Klausurproblem darstellen, zu beginnen und erst ganz am Ende die Rechtsbehelfe zu behandeln, um die es in den Prüfungen geht. In aller Regel nämlich bilden eine Vollstreckungserinnerung, eine sofortige Beschwerde, eine Vollstreckungsgegenklage, eine Drittwiderspruchsklage o.ä. den Einstieg in die Falllösung. Deshalb wird in der Einführung ein Gesamtüberblick gegeben, der eine Tour d'horizon durch die Rechtsbehelfe einschließt, damit bei der späteren Vertiefung aller Problemstellungen die Bezüge sichtbar werden. Die 7 Sitzungen mit Schwerpunktsetzung auf das Gebiet "Einzelzwangsvollstreckung" werden die Begeisterung für das Fach Zwangsvollstreckung wecken, Verzahnungen mit dem materiellen Recht sowie den praktischen Nutzen aufzeigen und bei gleichzeitiger Wiederholung von prozessualem Grundlagenwissen die Strukturen darstellen. Systematisch wird der Gang der Zwangsvollstreckung mit all seinen Voraussetzungen und Besonderheiten bei der Durchführung nahegebracht.Dieses Raster ermöglicht es dem Referendar, alle weiteren Informationen richtig einzuordnen und zueinander in Beziehung zu setzen. In Verbindung mit der bewährten Normalfallmethode nimmt unser systematischer Abriss der Zwangsvollstreckung ihren Schrecken.Zusammen mit der Darstellung der Strukturprinzipien der Einzelzwangsvollstreckung werden aber auch die rechtlichen Parallelen zu dem Insolvenz-verfahren, Konkurs und Vergleich erarbeitet sowie deren verfahrensrechtliche Besonderheiten herausgestellt. Durch diese Vorgehenswiese wird der Eindruck vermieden, dass es sich hier um völlig unterschiedliche rechtliche Sachverhalte handelt. Der Referendar lernt vielmehr, die Problemkreise zunächst in ihren Erscheinungsformen abstrakt zu erkennen und sie dann unter strikter Anwendung der Normalfallmethode durch Einbettung in die Strukturen eines konkreten Verfahrens zu lösen. Alle 3 Verfahren werden in diesem Kurs in ihrer Gesamtheit erkannt und damit aus der nahezu unübersehbaren Aufsplitterung in Einzelfallprobleme herausgelöst.Die straffe Kurskonzeption erfordert energisches Durcharbeiten der Materie (Nacharbeit !!!), Disziplin und Konzentration bis zur letzten Kursstunde. Die Vortragsweise beschränkt sich nicht auf den allseits bekannten und berüchtigten Frontalunterricht; vielmehr ist bei Meidung sklavischer Mitschrift aktive Mitarbeit gewünscht und gefordert.Der Kurs bietet damit sogleich eine Möglichkeit zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung, in der Zwangsvollstreckungsrecht zu den Standardthemen gehört.

Denken Sie daran: Die Qualität Ihres Staatsexamens bestimmt Ihre Zukunftsperspektiven!
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